Dienstag , 16. Oktober 2018

Warum rufen wir 112 wenn es brennt?

Die Notrufnummer „112“ ist neben der „110“ die bekannteste Rufnummer Deutschlands. Diese Telefonnummer wird täglich über 40 tausend mal gewählt, um bei einem Notfall professionelle Hilfe zu alarmieren. Doch wie funktioniert eigentlich das Notrufsystem in Deutschland? Was steckt hinter dieser Rufnummer? Und wie kommt ein Notruf immer an der richtigen Leitstelle an?

Notrufe vor 40 Jahren

Vor den 70er Jahren gab es in Deutschland keine koordinierten und rund um die Uhr besetzte Notrufzentralen, die eine schnelle Hilfestellung ermöglichen konnten. Zusätzlich musste der Notruf über die Rufnummer der örtlichen Polizei getätigt werden, welche oftmals nicht bekannt war. Jedoch konnte man diese nicht wie heutzutage schnell über das Internet herausfinden, sondern musste erst in einem dicken Telefonbuch suchen. Bis dann die Hilfskräfte eintrafen war es oft schon zu spät.

Abbildung 1: Sven Grundmann/Fotolia.de

Das deutsche Notrufsystem hat seinen Ursprung im Jahre 1969 mit der Gründung der „Björn-Steiger-Stiftung e.V.“. Benannt wurde die Stiftung nach dem neunjährige Björn Steiger, der im Jahre 1969 an einem schweren Verkehrsunfall ums Leben kam. Das Ziel dieser Stiftung war die Verbesserung des deutschen Notrufsystems und somit die Verbesserung der technischen Kommunikation im Rettungswesen. Dank dieser Initiative können wir heutzutage auf die vielen Notrufsäulen an den deutschen Autobahnen und Landstraßen zurückgreifen und auf schnelle Hilfe hoffen. Auch die bekannten Notrufnummern 110 für die Polizei sowie 112 für zahlreiche Rettungsdienste wurden von der Stiftung ins Leben gerufen.

Was in den 70er Jahren unvorstellbar war, ist heute selbstverständlich – ein gut koordiniertes Rettungswesen. Heute werden Notrufe innerhalb von zehn Sekunden in einer von über 402 Leitstellen entgegen genommen. In jedem Landkreis gibt es somit mindestens eine Notrufzentrale, in welcher speziell ausgebildete Sanitäter auf Anrufe warten. Diese nehmen das Telefonat entgegen, bewerten die Situation und alarmieren professionelle Hilfe jederart.

Abbildung 2: Shutterstock 560803150 possohh

Wie  kommt  der  Notruf  immer  an  der  richtigen  Leitstelle  an?

 Beim  Festnetz  Telefon  verbindet  uns  die  Ortvorwahl  automatisch  an  die  lokale   Leitstelle.  Schwieriger  wird  es  allerdings  bei  einem  Notruf  durch  ein  Mobiltelefon.  Denn   aus  Datenschutzregelungen  dürfen  Rettungsstellen  das  Mobiltelefon  nicht  via  JPS  orten.   So  werden  zur  Lokalisierung  Funkstellen  der  Mobilfunkanbieter  genutzt.  Die  Reichweite   der  Funkstellen  deckt  sich  allerdings  nicht  mit  den  jeweiligen  Stadtgrenzen.  Dies  hat  zur   Folge,  dass  besonders  in  Ballungsgebieten  ein  Notruf  an  einer  Leitstelle  in  einer  anderen   Stadt  umgeleitet  werden  kann.  Um  dennoch  schnelle  Hilfestellung  ermöglichen  zu können, wird bei   einem Notruf über Handy zunächst der Ort des Notfalls geklärt.

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