Dienstag , 16. Oktober 2018

Meerjungfrauen

Eine bunte Fischflosse, die sich auf und ab bewegt und sich somit voran treibt. Guckt man weiter, sieht man ein wunderschönes Mädchen mit grün schimmernden, schulterlangen Haaren. Oder wirkt das nur durch das Meereslicht so? Und wo sind ihre Beine? In dem Fischschwanz?

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Alexandrovna

Das wahre Wesen

Meerjungfrauen sind bekanntlich eine Mischung aus Frauen- und Fischkörper. Das seelenlose, verfluchte Wesen wird oft mit Nixen, die bedrohlich und verführerisch wirken sollen, und Wasserfrauen, die einen mütterlichen Instinkt an sich haben, verwechselt und als Synonym verwendet. Stattdessen sind sie ziemlich hilfsbedürftig und haben eine Persönlichkeit, die sich stark von denen der Nixen und Wasserfrauen unterscheidet. Jedoch können die Wesen, die wir aus Geschichten kennen, nicht immer klar zugeteilt werden. Die Eigenschaften werden oft vermischt und so wurde daraus ein Lebewesen, das alle Eigenschaften verbindet. Die originellen Meerjungfrauen brauchen ein menschliches Gemahl, also einen Ehemann, der sie von ihrem missglückten Schicksal befreit. Das männliche Gegenstück zu der Meerjungfrau ist der Wassermann.

Zur Entstehungsgeschichte

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Doch wie entstanden diese Wesen? Die Vorgänger der Meerjungfrauen sind die Sirenen, eine Mischung aus Vogel und Frau und sie sollen auf einer kleinen Insel in der Nähe Siziliens, einer Insel in Italien, gelebt haben. Ihr Gesang lenkte die Seefahrer angeblich ab, sodass sie von ihrem Kurs abwichen und gegen Klippen fuhren, weshalb Seefahrer große Angst vor den besagten Wesen hatten. Da die Sirenen durch die Insel als Heimatort und die Verbindung zu den Seefahrern, auch immer eine Verbindung zum Wasser pflegten, wurde daraus ein Fischwesen, das zur Hälfte Fisch, zur Hälfte Mensch sein sollte. Zu Beginn sah man in ihnen noch immer das schreckliche Wesen, das man auch in den Sirenen gesehen hatte, da sie ihre Funktion „übernahmen“ doch mit der Zeit verwandelte sich das furchteinflößende Wesen zu einer wunderschönen Glücksfigur, die Seefahrer in der Not retten sollte. Dies entstand vermutlich vor Allem durch die angeblichen Sichtungen durch Seefahrer, die sagten, sie hätten schöne Frauen mit Fischflossen gesehen, die sich bei schönem Wetter in der prallen Sonne auf Klippen bräunten. In Wirklichkeit geht man davon aus, dass sie damals nur Seekühe oder Robben gesehen haben, die sich ebenfalls gerne auf Klippen sonnen. Mittlerweile werden viele Schiffe auf der Vorderseite von den Glücksfiguren geziert, die, dem Aberglauben zufolge, Glück bringen sollen.

Meerjungfrauen in der Realität

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Es gibt also im echten Leben keine Meerjungfrauen, Nixen, Wasserfrauen oder gar Wassermänner? Nein, nicht die Fabelwesen, wie wir sie aus Arielle oder H2O Plötzlich Meerjungfrau kennen. Jedoch gibt es Menschen, die es sich zur Aufgabe machten, diese Wesen so gut es ihnen möglich ist nachzuahmen. Dies geschieht durch den Sport Mermaiding, bei dem Mädchen und Jungs zum Beispiel eine Silikonflosse tragen und damit grazil durchs Wasser gleiten, um wie diese verzaubernden Wesen zu wirken. Es ist also eine Schwimmsportart, die dem Flossenschwimmen und dem Delfin-Stil ähnelt. Die Flossen der Schwimmer können dabei über 15 Kilo wiegen!

Außerdem gibt es Statuen und Gemälde von Meerjungfrauen, wie zum Beispiel Den Lille Havfrue (Dänisch für „Die kleine Meerjungfrau“) in Kopenhagen. Diese Statue gehört zu den kleinsten Sehenswürdigkeiten der Welt, ist jedoch trotzdem sehr berühmt. Sie ist 125 cm hoch und sitzt auf einem Felsen vor einer dänischen Uferpromenade. 1913 wurde die Skulptur geschaffen und seitdem wurde sie mehrmals angegriffen und auch einmal entfernt, um in Shanghai im dänischen Pavillon der Expo gezeigt zu werden. Danach wurde sie an ihren ursprünglichen Platz zurückgebracht.

Trotz der Tatsache, dass die Meerjungfrau eine Legende ist und es vermutlich auch immer bleiben wird, werden Mädchen wohl immer auf das Fantasiewesen abfahren und Geschichten wie Filme über diese lieben und fasziniert davon sein!

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