Sonntag , 21. April 2019

Der Ritter

Eine glänzende Rüstung, ein etwas wackeliger, doch auch glänzender Hut mit einem passenden Metallnetz vor dem Gesicht. Der Ritter reitet in frühem Zeitalter auf seinem Pferd durch die Wälder, um eine Prinzessin in Not zu retten. Ritter sind Helden, oder?

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Ritter entstanden durch die fränkischen Panzerreiter, als arabische Heere im 8. Jahrhundert verschiedenste Regionen besetzten und das Fränkische Reich sich auf den Angriff vorbereitete. Dazu hatte der fränkische Heerführer Karl Martell sich die Angriffe der Araber genau angeguckt, um den Angriff abzuwehren. Doch die Araber waren eingezogen und nach einem blitzschnellen Angriff zogen sie sich wieder zurück. Doch auch der fränkische Heerführer reagierte ebenfalls sehr schnell. Aus seinen Fußsoldaten bildete er waschechte fränkische Panzerreiter. Auf den Pferden nutzten diese spezielle Steigbügel, da sie damit besser im Sattel saßen. Dies hinterließ Wirkung! Die Soldaten konnten viele der Kämpfe gewinnen. Von da an waren die Panzerreiter außerordentlich wichtig für das Fränkische Reich, denn sie sicherten die Grenzen, konnten schneller auf Angriffe reagieren und Strecken schneller überwinden, als die Fußsoldaten.

 

Jedoch war die Ausrüstung der Panzerreiter nicht gerade günstig. Das vollständige Paket konnte ungefähr so viel wert sein, wie ein ganzes fränkisches Dorf. Außerdem musste er viel trainieren und ständig fit bleiben. Schließlich war nie sicher, wann der nächste Angriff kommen würde. Zusätzlich durfte er auch seine Familie nicht vernachlässigen. Also ließ sich der Heerführer etwas einfallen: Da im Mittelalter Land einen höheren Wert hatte als Geld, gaben Großgrundbesitzer Land an wichtige Gefolgsleute, Vasallen, ab. Dafür erwarteten sie nun, statt den üblichen Waren, wie Nahrungsmittel, Treue und Verteidigung. Die Vasallen mussten dem Reichen jederzeit als Ritter zur Verfügung stehen. Dieses Verhalten wirkte auch ins spätere Rittertum ab.

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Doch wie kam es nun zum wahren Rittertum? Das Rittertum entstand durch die Erlaubnis der Kirche für den Adel, Waffen zu nutzen. Nun galten sie als Kämpfer für den Glauben. Gerade in Frankreich war dies von hoher Bedeutung. In Deutschland lief das Ganze jedoch anders ab. An den Höfen der Adeligen lebten oft sogenannte Ministeralien. Diese übersetzten Französische Romane ins Deutsche. Da in diesen auch oft von den neuen Kämpfern gesprochen wurde, wurden diese den Adeligen ins Gedächtnis gerufen.

 

Doch ihre Goldzeit hatten die Ritter rund um das 11. Jahrhundert. Zu dieser Zeit fanden nämlich die Kreuzzüge statt. Bei dessen Startschuss rief Papst Urban II. unter anderem die Vasallen dazu auf als christliche Glaubenskämpfer im Heiligen Land gegen die Muslime zu kämpfen. Dadurch kamen alle Ritter zusammen und kämpften nun nicht mehr gegeneinander, stattdessen miteinander, um ihren Glauben zu vertreten.

 

Um Ritter zu werden, starteten sie damals als Reitersoldat. Von da aus mussten sie ihrem Dienstherrn Gehorsam und Treue beweisen. Außerdem mussten sie der Kirche einige Tugenden beweisen, die diese davon überzeugten, dass der Reitersoldat zu hundert Prozent hinter seinem Glauben steht und diesen für immer verteidigt. Das Letzte was sie brauchten, um ein perfekter Ritter zu werden war Anmut,  Respekt vor Anderen und von Anderen, Mut und Anstand. Zusätzlich Gesundheit, Schönheit und eine Dame, für die sie alles tun würden. Sie sollten sie lieben, jedoch durfte die Frau die Liebe nicht erwidern und auch nur aus weiter Ferne genossen werden. Kaum ein Ritter konnte all diese Ansprüche erfüllen, jedoch sollte sie wenigstens stets diese Ziele erstreben.

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Als die Kreuzzüge scheiterten, scheiterte auch die Mission der Ritter. Sie verloren ihr Ansehen und hatten auch kein weiteres Ziel für welches sie kämpfen konnten. Auch die steigende Wirtschaft schadete den Kreuzrittern. Dadurch, dass nun Geld zum Bezahlen verwendet wurde und Land nicht mehr so einen hohen Wert hatte, funktionierten auch ihre Verträge mit den Reichen nicht mehr. Auch in Europa fand man bessere Truppen, als die Ritter. Diese konnten jederzeit angefordert und wieder weggeschickt werden, wenn man sie nicht mehr braucht. Außerdem wurden neue Waffen erfunden gegen die die Ritter keine Chance mehr hatten, weshalb sie ihre Aufrüstung aufstocken mussten, was sie jedoch auch stets unbeweglicher machte. Die Ritter wurden immer tiefer zurückgedrängt, bis sie schließlich gegen Ende des15. Jahrhunderts komplett erstarben.

 

Was hältst du von den Rittern in (glänzender) Rüstung? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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