Dienstag , 16. Oktober 2018

Cybermobbing

Beliebte Internetplattformen und elektrische Kommunikationsmittel

Immer mehr Kinder und Jugendliche scheinen von der elektronischen Komminikationswelt beeindruckt zu sein. Sie verbringen ihre Freizeit in Chaträumen oder sozialen Netzwerken. Das soziale Umfeld ist nicht nur durch die Medien, sondern ebenso durch Facebook, WhatsApp und Co. geprägt. Die Nutzung von internetbasierten elektronischen Kommunikationsmitteln stellt ein Risikofaktor dar. Cybermobbing, Internetmobbing oder auch Cyberbullying ist ein erstezunehmendes Thema, das in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Der folgende Beitrag soll besonders Eltern einen kurzen und schnellen Überblick über das Thema geben.

Was ist Cybermobbing?

Das Wort Cybermobbing wird abgeleitet durch Cyber (= Computer, Internetbezogene Kommunikationsmittel) und Mobbing (= belästigen) und bezeichnet verschiede Arten der Belästigung, die durch elektronische und internetbezogene Kommunikationsmittel ausgeübt wird. Dabei werden Mobbing-Opfer des Öfteren in sozialen Netzwerken wie, z.B. Facebook, WhatsApp oder YouTube belästigt, bedroht oder schikaniert.

Welche Erscheinungsformen gibt es?

Shutterstock Nr. 556690744 durch: Brian A Jackson

Das Mobben im Internet kann in den verschiedensten Formen und in unterschiedlichster Ausprägung ausgeübt werden. Diese Formen werden nicht ausschließlich durch einzelne Personen bzw. Tätern ausgeübt. Sie können zudem durch Gruppen realisiert werden.
Es lasen sich acht verschiedene Formen unterscheiden:

 

1. Flaming: bei dieser Form werden die Opfer in öffentlichen Chats durch vulgäre Sprache, Beleidigungen und Beschimpfungen belästigt.

2. Harassment: dauerhafte und wiederholte Belästigung, die zielgerichtet ausgeübt wird. Diese Form findet nicht in öffentlichen, sondern vielmehr in sozialen Netzwerken statt.

3. Denigration: Beabsichtigte Belästigung durch das Posten von Bildern oder Videos. Diese Art des Cybermobbings ist ebenfalls zielgerichtet und findet meist in einem begrenzten Öffentlichkeitsraum statt.

4. Impersonation: Identitätsraub im Internet. Hier wird des Öfteren der Name des Opfers genutzt.

5. Exclusion: Wie der Name schon sagt, werden bei dieser Form die Opfer aus einer Gruppe ausgegrenzt. Dabei kann es sich beispielsweise um WhatsApp Chat-Gruppen, Instant-Messanger-Gruppen, oder ähnliches handeln

6. Outing and Trickery: Unter Outing versteht man das onlinestellen von privaten Inhalten auf sozialen Netzwerken mit dem Ziel, den Opfer Schaden hinzuzufügen. Bei dem Begriff Trickery geht es vielmehr darum, private und intime Informationen über den Opfer zu entlocken.

7. Cyberstalking: Unter Cyberstalking versteht man das Verfolgen und (sexuell) Belästigen im Internet. Diese Form ähnelt dem Harassment, hat allerdings eine bedrohende und angsteinflößende Wirkung auf den Opfer.

8. Cyberthreats: offene und direkte Drohung von Gewalt.

Wann spricht man tatsächlich von Cybermobbing?

Shutterstock Nr. 603672395 durch Olimpik

Um tatsächlich von Cybermobbing zu sprechen ist es notwendig, die Angriffe in ihrer Intensität und Dauer zu beobachten. Somit lässt sich Cybermobbing durch vier Kriterien kennzeichnen:

 

 

1. Wiederholung: die Cyberangriffe müssen in einem bestimmten Zeitraum wiederholt auftreten

2. Verletzende Absicht: der Täter handelt bewusst und verfolgt das Ziel dem Opfer zu schaden

3. Ungleichgewicht der Kräfte: Zwischen dem Täter und Opfer sollte ein Kräfteungleichgewicht bestehen. Ob dies tatsächlich besteht oder nur vom Opfer als solches wahrgenommen wird spielt dabei keine bedeutende Rolle

4. Hilfslosigkeit: Das Opfer fühlt sich hilflos. Auch hier spielt es eine eher irrelevante Rolle, ob die Hilflosigkeit tatsächlich besteht oder nur empfunden wird

Wie erkenne ich, dass mein Kind gemobbt wird?

Tatsächlich ist es für viele Eltern und Familien schwierig herauszufinden, dass ihr Kind durch elektrische Kommunikationsmittel gemobbt wird. Die Symptome, die durch Cymbermobbing ausgelöst werden sind unter anderem:

  •  Wut, Isolation, Angst
    Shutterstock Nr. 379747810 durch ANURAK PONGPATIMET
  • Sozialer Rückzug
  • Vermeidung von sozialen Kontakten
  • Vermeidung von Schule
  • Essstörungen, Depressionen, Selbstmordgedanken
  • Usw.

 

Dabei können sich die Symptome je nach Persönlichkeit verschiedene Ausprägungen haben. Im Durchschnitt handelt es sich um Kinder in der Adoleszenz. Betroffen sind des Öfteren Kinder, die aufgrund ihrer Persönlichkeit oder äußerlicher Erscheinung bereits in dem Mittelpunkt ihrer Mitschüler bzw. Mitmenschen stehen und bereits eine oder mehrere negative Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen gemacht haben. Besonders gefährdet sind Kinder, z.B. die übergewichtig, ängstlich oder schüchtern sind; einer ethnischen Minderheit angehören; aggressives Verhalten oder Verhaltensauffälligkeiten im Allgemeinen aufweisen und/ oder eine Behinderung haben.

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Wie verhindere ich eine solche Situation?

Es ist immer besser präventiv zu handeln! Selbstverständlich besteht die Möglichkeit immer, dass auch Ihre Kinder Opfer solcher Gewalt werden. Bei Cybermobbing sollten Eltern gemeinsam mit den Lehrern versuchen, Situationen in denen Ihr Kind gefährdet sein könnte, zu vermeiden. Dabei sollten Eltern besonders folgende Faktoren beachten:

  • es ist wichtig, dass Eltern sowohl das soziale Umfeld des Kindes fürsorglich und Aufmerksam ist
  • ebenso sollten Kinder und Jugendliche, besonders vor der Nutzung von elektronischen Kommunikationsmitteln, über die Vor- und Nachteile sowie Gefahren aufgeklärt werden
  • an vielen Schulen gehört das Thema Mobbing bzw. Cybermobbing mindestens einmal zum Unterrichtsinhalt, dies sollte weiter ausgebaut und von Eltern und Lehrern eingefordert werden
  • es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche ein Verantwortungsgefühl für die Nutzung von Smartphones oder anderen elektronischen Mitteln entwickeln
  • Chaträume, soziale Netzwerke und Co. stellen ein erhöhtes Risiko dar – Eltern sollten besonders aufmerksam sein und besonders das
  • Posten und Veröffentlichung von Persönlichen Daten vermeiden

Wer sind die Täter?

Die Täter können sowohl männlich als auch weiblich sein. Sie weisen häufig Verhaltensweisen auf, die impulsiv sind. Ebenso haben die Täter eine positive Einstellung gegenüber Gewalt und besonders bei Gewalt gegen ihren Mitschülern. Die Täter scheinen ziemlich selbstbewusst zu sein und haben eine, zumindest äußerlich, starke Persönlichkeit. Sie haben das Bedürfnis ihre Mitmenschen dominieren zu wollen und haben oft eine geringe Frusttrationstoleranz.

Abschließend lässt sich sagen, dass es wichtig ist auf das Thema Cybermobbing aufmerksam zu machen und es nicht etwa tot zu schweigen. Viel zu oft kommt es vor, dass solche Fälle in keinster Weise aufgeklärt werden und die Betroffenen mit der Situation leben müssen. Daher heißt es: Augen auf und den Opfern helfen!

Literatur:

http://gegen-gewalt-im-netz.radiohilft.de/cybermobbig/auspragungen-descybermobbing/
http://www.cybermobbing-hilfe.de/#wer-sind-die-opfer

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