Donnerstag , 21. Juni 2018

Auch Steinzeitkinder kannten schon Spielzeug

Ein „Spielzeug“ – für Erwachsene nur ein Objekt zum Spielen, für Kinder jedoch ein Erlebnis ihrer Phantasie

Die Bedeutung eines Spielzeugs war bereits zu Steinzeit bekannt.  Spielzeuge ermöglichen Kindern nicht nur ihre Phantasie auszuleben, sondern vielmehr psychische, physische und soziale Kompetenzen zu erwerben. Sie sind ein Teil menschlicher Entwicklung und somit höchstwahrscheinlich fast so alt wie die Menschheit selbst.

Steinzeit

Spielzeug in der Steinzeit
Abbildung 1: loopymouse/Fotolia.de

Die Entwicklung der Spielzeuge lässt sich bereits zur Steinzeit beobachten. Dies deuten archäologische Funde von bearbeiteten Knochen und Steinen hin, die als Beigabe in Kindergräbern gefunden wurden. Diese galten jedoch nicht primär als Spielzeuge für Kinder, sondern vielmehr als Abwehr von „bösen Geistern“. Ebenso wurden zu der Zeit Puppen und oder puppenähnliche Gebilde aus Ton entdeckt.

Altertum

Im Jahre 200 vor Christus spielten Kinder besonders gerne mit Tontieren wie Löwen oder Krokodilen. Die Besonderheit dieser Zeit war die Beweglichkeit der Spielzeuge. So entstanden Spielzeugtiere mit einem beweglichen Unterkiefer. Ebenso hatte sich die Tradition der Puppen gewandelt. Sie konnten nun ihre Gliedern bewegen, bestanden aus Stoff, trugen Kleider und Schmuck.

Mittelalter

Schaukelpferd
Abbildung 2: Oksana Ariskina/Fotolia.de

Wie die Zeit des Mittelalters waren auch die vom Rittertum geprägt. Messingpferde, Ritterfiguren aus Ton und Holz sowie Schaukelpferde gehörten zu den begehrtesten Spielzeugen.

Auch der Realitätsbezug spiegelte sich durch die jeweiligen Spielzeuge wieder. Besonders der Unterschied der Geschlechterrolle machte sich bemerkbar. So wurden Mädchen durch Puppen, Puppenhäusern oder Strick- und Schmuckarbeiten spielerisch auf ihre Rolle als Mutter vorbereitet. Analog dazu wurden Jungen für die späteren Aufgaben in der Gesellschaft durch Ritterturnier- und Jagdfiguren, Miniaturen von Ritterequipment wie, Armbrust, Pfeil und Bogen vorbereitet.

Die Kluft zwischen Arm und Reich

Bereits in frühen Jahren wurde die Kluft zwischen Reich und Arm deutlich. Kinder einer armen Familie verbrachen ihre Freizeit damit, ihren Eltern im Haushalt und Hof zu helfen um Geld zu verdienen. Ihre spielerische Phantasie konnten sie somit nur bedingt ausleben. Sie vergnügten sich mit einfachen Dingen wie basteln.

Wohlhabende Kinder genossen eine Vielfältigkeit an Spielzeugen, wie Puppen, Steckpferden, große Holzreifen, Murmeln und Ritterfiguren.

Einfluss der Industrialisierung

Durch den Einfluss der Industrialisierung wandelte sich auch die Spielzeugindustrie. Holz wurde zum beliebtesten Naturmaterial für die Produktion von Spielzeugen. Dabei galt Nürnberg  seit dem 15. Jahrhundert als Mittelpunkt des Spielzeughandels. Weitere Regionen, wie beispielsweise Thüringen oder Augsburg spezialisierten sich ebenfalls auf die Herstellung von Holzspielzeugen.

Des Weiteren gewannen Spielzeuge einen pädagogisch-psychologischen Stellenwert. Spielzeuge waren somit nicht nur eine Möglichkeit für Kinder, ihre Phantasie anzuregen und auszuleben, sondern dienten zudem als Förderung der Feinmotorik.

Die Welt der Spielzeuge hat sich in der heutigen Zeit deutlich verändert. Neben der Vielzahl von Angeboten scheinen Spielzeuge heute klassenlos zu sein. Sie sind nicht geschlechterspezifisch und für jeden zugänglich. Zudem bieten Spielzeuge der heutigen Zeit viele Möglichkeiten der Förderung.


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